Menschen Würde Rechte

Die Geschichte der Menschenrechte und ihrer diverser Erklärungen reicht weit zurück. Ideen zu unverbrüchlichen Menschenrechte gab es bereits vor über 4000 Jahren in Mesopotamien. Auch in der Antike wurden Menschenrechte propagiert. Allerdings wird die damalige Auffassung, wer als Mensch zu gelten hatte, wer also in den Genuss dieser Menschenrechte kommen sollte, heute von einer großen Zahl Menschen als längst nicht mehr zeitgemäß angesehen.

Die Idee der allgemeinen, für alle Menschen gültigen Menschenrechte gibt es im wesentlichen seit der Französischen Revolution 1789. Die Menschenrechte beruhen auf einem moralischen Ansatz und basieren auf der Überzeugung, dass jedem Menschen die Menschenwürde eigen ist. Daraus leiten sich allgemeine, unveräußerliche Rechte ab, die stets in ihrer Gesamtheit gewährleistet sein müssen. Im wesentlichen handelt es sich um Rechte des Individuums auf Freiheit und Selbstbestimmtheit. Dazu gehören neben vielen anderen das Recht auf Unversehrtheit, das Recht auf Meinungs,- und das auf Informationsfreiheit, auf Religionsfreiheit und freie Berufswahl, die Unschuldsvermutung für einen Angeklagten und das Recht auf ein faires, öffentliches Gerichtsverfahren.

Im Jahr 2005 habe ich 16 Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wie sie bei der UN hinterlegt sind, ausgewählt und daraus ein rein typographisches Künstlerbuch zusammengestellt. Ich konnte mir für dieses Projekt nur eine einzige Schrift vorstellen: die Futura. Sie bleibt unerreicht in ihrer Strenge und schlichten Schönheit. Sie ist Schrift auf das Wesentliche reduziert; entworfen für die pure Kommunikation. Das Künstlerbuch sollte die unbeschränkte Gültigkeit der Artikel widerspiegeln. Es sollte Souveränität ausstrahlen, das Majestätische des Souveräns. Und es sollte Hoffnung verkörpern.

Für die Textbogen ist Fedrigoni Tintoretto verwendet im Farbton „Merino“, einem zarten grüngrau – denn Grün steht als Farbe für die Hoffnung. Auf alle Bogen ist zunächst im Handabrieb die Maserung eines alten verwitterten Brettes gedruckt – in Grün. Jede einzelne Linie entspricht einem Jahrring im Holz, und jeder Jahrring ist Materie gewordene Zeit. Somit wird die Zeit sichbar in den Jahrringlinien und sie steht so für die Dauer. Der Text ist in Deutsch, von Hand aus der Futura gesetzt und mit kräftigen Messinglinien betont. Die Linien sind bewusst nicht zum Rahmen geschlossen, sie wollen Halt geben und stärken, nicht einschließen und wegsperren. Das Buch bekam schließlich einen Einband aus roter Seide – als Referenz auf den Mantel des Souveräns.

Das Künstlerbuch ist als Zwillingsleporello ausgeführt, das sich endlos im Kreis blättern lässt, ein weiterer Verweis auf die dauerhafte Gültigkeit der Menschenrechte. Auf das Blättern reagiert das Buch mit einer eigenen Schwingung, als wäre es zum Leben erweckt. Das Künstlerbuch lässt sich auch als Objekt stehend präsentieren. Es hat ein Format von 29x42cm und 16 Seite, und liegt in einer Auflage von fünf nummerierten und signierten Exemplaren vor. Erschienen 2005.

Preis Euro 200,00 zzgl. Versand Bestellung & Info per email

Das Werk wurde von der neuen Bibliothek von Alexandria im Jahr 2006 für die Zweite Biennale für Künstlerbücher angenommen. Eines der Exeplare ist in die Sammlung der Bibliothek aufgenommen worden.